Tipps Tricks Safari Afrika

Auf Safari - Teil 1

Tipps und Tricks für deinen Game Drive

Hyäne Etosha National Park Namibia

Der Wecker klingelt, es ist 5:15 Uhr und stockfinster. Ich ziehe mir den Schlafsack über den Kopf. Mir ist kalt und ich bin müde. Geschlafen habe ich schlecht, das Löwengebrüll und das Heulen der Schakale hat mich ständig aus dem Schlaf gerissen. Mein Mann krabbelt schon mal aus dem Dachzelt. Nach zehn Minuten denke ich mir "Ok, es hilft nichts. Du musst da jetzt raus!". Ich schalte meine Stirnlampe ein und stecke meinen Kopf aus dem Zelt. Vielleicht sind es fünf Grad draußen, eher kälter. Mit meinem Kulturbeutel unter dem Arm schleppe ich mich zum Waschhaus. Das Sparprogramm muss erst mal reichen.

 

Auf dem Weg zurück sehe ich, wie ganz, ganz langsam die Sonne aufgeht. Die Flamme unseres Gaskochers leuchtet schon und unser Müsli steht auf dem Tisch. Wir trinken unsere erste Tasse Tee und Kaffee und lächeln uns an. Wir zücken die Karte und die Frage des Morgens lautet: "Und, wo fahren wir hin? Nach Norden oder Süden? Ich glaube, von Norden kam das Löwengebrüll ..."

 

Ich liebe Safaris. Wahrscheinlich könnte ich zwei Wochen in der afrikanischen Savanne verbringen, ohne dass mir auch nur eine Sekunde lang langweilig wird. Was du - neben einer ganzen Portion Glück - für einen gelungenen "Game Drive" brauchst und welche Regeln du für deine Sicherheit einhalten musst, habe ich dir im ersten Teil der Reihe "Auf Safari" zusammengestellt.

Elefanten Etosha National Park Namibia

Typischer Tagesablauf

Spitzmaulnashorn Okaukuejo Camp Etosha Namibia

Ja, die Tage auf Safari fangen früh an, da gibt es nichts zu beschönigen. Die Gates in den Camps öffnen zum Sonnenaufgang und meistens fahren wir dann auch schon in Richtung Tor und es lohnt sich fast immer. Die Tiere sind früh morgens und in der Abenddämmerung am aktivsten. Viele tummeln sich an den Wasserlöchern und ziehen erst mittags in den Schatten, um der größten Hitze zu entgehen

 

Tipp:

Da ich in der Früh nicht viel essen kann, gibt es für mich meistens nur ein paar Kekse, Tee und Saft. Brote schmieren uns vor jedem Game Drive, denke nämlich dran: Ihr könnt die Autos in den Parks nur an den entsprechenden Picknickplätzen verlassen. Alles was du brauchst, sollte sich daher in der Fahrerkabine befinden.

 

Wieso eigentlich Game Drive?

Eigentlich ganz einfach: "Game Drive" bedeutet Pirschfahrt. Game steht dabei für die Wildtiere, die in den Parks leben und die du hoffentlich auch siehst.

 

Nach dem ersten Drive in der Morgensonne (meistens so um 10:30 bis 11 Uhr) gibt es dann ein ordentliches Frünstück. Toast Rührei, Kellogs. Alles was satt macht und der Campingkocher hergibt, ist erlaubt. Dann heißt es erst mal: Aufräumen (das Auto ist teilweise chaotisch. Dank mir) und mit Buch oder Kindle bewaffnet zum Pool. Mittags gibt es oft die Reste vom Vortag :D, bevor es zum Evening Drive geht. Wir starten meistens gegen 15.30 bis 16 Uhr und kommen zum Sonnenuntergang zurück. Dann schließen die Campgates wieder und wir bereiten das Abendessen vor.

 

Solltest du mal den Etosha National Park in Namibia besuchen und im Okaukuejo Camp übernachten, dann ist dein Tag noch nicht zuende: Du wirst dein Bier oder Wein nämlich am beleuchteten Wasserloch trinken und jede Menge Tiere in der Nacht sehen können.

 

Hinweis am Rande:

Die Öffnungszeiten an den Gates der Camps werden streng kontrolliert. Verspäte dich besser nicht, das kann sehr, sehr teuer werden. Auch, wenn ihr gerade eine gute Sichtung habt.

Wie finde ich die Tiere?

Das ist die Frage aller Fragen: Wie findet man denn nun die Tiere in den Parks? Zunächst einmal gehört natürlich eine Menge Glück dazu. Auch wenn wir Menschen uns in den Parks befinden, es ist und bleibt die Wildnis und hat nichts mit einem Zoo zu tun. Solltest du mal bei einem Drive kein Glück haben, dann sei nicht traurig oder enttäuscht. Viele Tierfotografen und -filmer verbringen Wochen und Monate im Busch für DIE perfekte Sichtung. Genieße die Umgebung und sei nicht zu verbissen. Natürlich gibt es aber ein paar Tipps, um dem Glück ein wenig auf die Sprünge zu helfen:

1. Beste Reisezeit und Wasserlöcher

In Südafrika und Namibia haben wir gute Erfahrungen mit den Monaten September und Oktober gemacht. Grundsätzlich ist es leichter, die Tiere am Ende der Trockenzeit zu sichten. Die Bäume sind zum Beispiel nicht mehr belaubt, daher hast du eine viel bessere und leichtere Sicht auf deine Umgebung. Durch die Trockenheit in den Parks sammeln sich die Tiere außerdem an den Wasserlöchern. Im Etosha National Park in Namibia mussten wir zum Beispiel einfach nur warten. Die Tiere kamen früher oder später von allein.

 

Tipp: Wenn du nicht sicher bist, welche Wasserlöcher auch wirklich Wasser führen, sprich mit den Rangern in den Camps. Manchmal hängen sogar Tafeln aus, auf denen du neben den Wasserlöchern auch aktuelle Sichtungen ablesen kannst.

Zebras Etosha National Park Namibia

2. Sprich mit den Nachbarn und achte auf Autos

In den Parks bist du bei der Suche nicht auf dich allein gestellt. Rede mit deinen Nachbarn auf dem Campingplatz oder sprich die Leute in den Autos an, die dir entgegenkommen. Manchmal bekommst du gute Tipps. Ein untrügliches Zeichen für eine gute Sichtung ist - besonders in den stark besuchten Parks wie dem Kruger NP - eine Traube von Autos, aus deren Fenster du entweder Ferngläser und/oder Objektive ragen siehst. Auch hier gilt: Sprich mit den Leuten, manchmal sieht man die Löwen im ersten Moment selbst dann nicht. :-)

3. Geduld

"Wann kommt denn jetzt endlich der blöde Löwe?" Die wohl wichtigste Regel: Habe Geduld! Wie schon oben geschrieben, gibt es Tage, an denen will sich einfach kein Tier zeigen. An anderen läuft es rund. Fahre nicht zu viel umher, hast du ein schönes Wasserloch und einen Platz im Schatten gefunden, dann lies doch ein Buch. Sortiere deine Fotos, reinige die Kamera oder stricke (ich habe schon unzählige Leute im Auto nebenan stricken gesehen). Genieße die Ruhe in der Wildnis, nehme die Gerüche und die Klänge der Natur in dich auf. Auch das gehört dazu.

 

Und wenn man nicht mehr damit rechnet, dann kommen auch die Löwen ...

Löwen Kruger National Park Südafrika

Sicherheit

Es gibt ein paar Dinge, die man in seinem Auto und in den Parks generell beachten muss, damit man sich, andere und auch die Tiere nicht gefährdet. Halte dich bitte unbedingt an die Regeln, auch wenn es immer wieder Idioten - anders kann sie leider nicht nennen - gibt, die Tiere bedrängen, aussteigen, nach Tieren rufen, und so weiter, nur weil sie ein gutes Foto bekommen wollen.

  • Bleibe in deinem Auto!
    • Aussteigen kannst du nur auf den dafür vorgesehenen Rastplätzen oder in den Camps.
    • Bei Notfällen: Bitte warte im Auto. Es wird jemand vorbeikommen.
    • Solltest du doch aussteigen MÜSSEN: Umgebung checken, ruhig bleiben und nicht rennen.
  • Lehne dich nicht aus dem Auto!
    • Die Tiere nehmen erst dann den Menschen wahr, wenn er die Silhouette des Autos "durchbricht".
  • Halte Abstand zu den Tieren!
    • Versperre ihnen nicht den Weg, fahre ihnen nicht hinterher oder immer weiter auf sie zu! Auch die geduldigsten Tiere verlieren irgendwann die Nerven.
    • Informiere dich vorab über die Tiere. Im Ernstfall solltest du wissen, wann ein junger Elefantenbulle sauer wird.
  • Müll nicht liegen lassen!
    • Immer wieder gibt es Bilder, auf denen zum Beispiel Löwen mit Plastikflaschen "spielen". Die Tiere können an solchen Dingen ersticken.
  • Pssssst!
    • Bei genügend Abstand zu den Tieren öffne ich mein Fenster. Stelle dann aber die Musik ab und bin ruhig.
Spitzmaulnashorn im Etosha National Park Namibia

Einen Überblick über unsere Erlebnisse in Südafrika, Uganda und Namibia kannst du dir in meinen Reiseberichten machen.


Dies war Teil 1 der Reihe "Auf Safari". In den nächsten Teilen gibt es alles zur Fotografie und  einen Rückblick auf unsere schönsten Erlebnisse in der afrikanischen Wildnis.

 

Bist du auch afrikabegeistert oder reizt dich die Savanne überhaupt nicht? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.

 

~ Jenny ~

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