Reisebericht und Informationen zum Kgalagadi Transfrontier Park

Kgalagadi National Park

Reisebericht und Infos

Eine echt Perle für alle Safariliebhaber versteckt sich am Dreiländereck Namibia – Südafrika – Botswana: der Kgalagadi Transfrontier National Park. 

 

Ein Abstecher lohnt sich besonders von Namibia aus.

 

Alle Informationen, die Du für Deinen Besuch der südafrikanischen Parkseite benötigst, habe ich Dir hier zusammengestellt.

Löwe Kgalagadi Transfrontier National Park

Allgemeine Infos

Der Kgalagadi Transfrontier National Park umfasst rund 38.000 Quadratkilometer und liegt inmitten der Kalahari. Er grenzt im Westen an Namibia und zieht hin bis nach Botswana. Landschaftlich sind vor allem die roten Dünen im unglaublich schön. Löwen am Morgen auf dem Dünenkamm zu sehen, ist schon einmalig. Du findest hier übrigens nur zwei Vertreter der Big Five: Löwen und Leoparden. Elefanten, Büffel und Nashörner suchst Du vergebens. Für Liebhaber von Großkatzen genau das Richtige, aber auch für alle anderen hat der Park viel zu bieten.

Anreise

Von Namibia aus reist Du wahrscheinlich am Grenzposten Mata Mata ein. Dort musst Du zwar zunächst aus Namibia ausreisen, eine Einreise nach Südafrika ist aber nicht nötig. Im Normalfall musst Du also nicht lange an den Grenzposten warten und nur einige Fragen beantworten. Das Autokennzeichen und Reisepässe werden gecheckt und in eine Liste eingetragen. Bei der Ausreise läuft es genauso. Am namibischen Posten muss man dann wieder einreisen und bekommt einen neuen Stempel in seinen Pass.

 

Wichtig:

Reist Ihr aus Namibia ein, müsst Ihr eine Reservierung für mindestens zwei Nächte im Park vorweisen. Der Park ist sehr, sehr beliebt und verfügt über relativ wenig Übernachtungsmöglichkeiten. Kümmert Euch also rechtzeitig um die Buchung. Zur Buchung der Camps findet Ihr die Infos weiter unten.

 

Tipp:

Feuerholz darf weder ein- noch ausgeführt werden, macht Euch also vorher noch ein schönes Lagerfeuer ...

Wetter

Wir waren Mitte September im Park und es war immer noch extrem kalt. Tagsüber betrugen die Temperaturen ca. 20 Grad und nachts wurde das Zelt zur Gefriertruhe. Die magische Grenze von 0 Grad hatten wir in einer Nacht tatsächlich erreicht. Tu Dir den Gefallen und nimm richtig gute, dicke Klamotten mit. Denk dran: Du musst morgens auch aus dem Schlafsack krabbeln ... :-)

Geld

Ihr könnt nicht mit Namibia Dollar zahlen und nur im Camp Twee Revieren gibt es einen Geldautomaten. Nehmt also genügend Rand fürs Tanken und Lebensmittel mit. Nichts, dass Ihr noch ohne Bier am Lagerfeuer sitzen müsst.

Autofahren im Park

Autofahren im Kgalagadi Transfrontier NP
Autofahren im Kgalagadi Transfrontier NP

Ich persönlich würde den Park nur mit einem Allradwagen befahren. Wir haben allerhand abenteuerliche Fahrmanöver gesehen samt festgefahren Lkw. Ausweichen geht in solchen Fällen manchmal nur über Tiefsand.

 

Der erste Stopp für Euch sollte daher die Tankstelle hinter der Grenze sein. Hier könnt Ihr nicht nur Euren Tank auffüllen, sondern auch den Luftdruck in Euren Reifen – auf 1,6 bar - verringern lassen. Auch hier können wir aus eigener Erfahrung sagen: Die Sandpads sind teilweise nicht ohne und je “platter” der Reifen, desto geringer die Chance sich festzufahren. 

 

Direkt am zweiten Tag haben wir uns bei einem Drehmanöver ordentlich in den Sand eingegraben. Ein nettes südafrikanisches Pärchen hat uns dann rausgezogen. Mit dem Wissen, dass es in dem Park jede Menge Löwen gibt, das eine Erfahrung, auf die man sehr gut und gerne verzichten kann. :-)

 

Danach sind wir auf jeden Fall keinen Meter mehr ohne die leichte Allradzuschaltung gefahren.

Unterkünfte im Kgalagadi NP

Im Park gibt es verschiedene Camps. Sie sind unterteilt in Haupt- und Wilderness Camps. Im September 2016 haben wir in vier von ihnen übernachtet.

Hauptcamps

 

Im südafrikanischen Teil des Parks gibt es drei Hauptcamps: Mata Mata, Nossob und Twee Rivieren. In allen drei Camps gibt es ein Tankstelle und einen Shop, in denen es alles Nötige zu kaufen gibt. Sogar frisches Brot kann man vormittags bestellen und abends im Shop abholen. In den Camps gibt es neben den Campsites (mit Strom) auch Chalets.

Nossob

 

Wir waren für zwei Nächte auf der Campsite in Nossob. Mit etwas Glück bekommt man eine Site mit einem schönen, großen Baum, der in der Mittagszeit Schatten spendet. Wir kamen am ersten Tag leider zu spät an, haben aber am nächsten Vormittag die Abreisewelle genutzt und sind umgezogen.

 

Die Sites sind ausreichend groß und die Sanitäranlagen sauber. Alle Mitarbeiter sind sehr freundlich und hilfsbereit. Solltet Ihr Lust auf ein Mittagsschläfchen haben, dann schnappt Euch eine Liege am Pool. Den Absacker nach dem Abendessen könnt Ihr im Hide am beleuchteten Wasserloch genießen.

 

Bei unserem Besuch war der Shop gut gefüllt, allerdings sieht es mit frischen Lebensmitteln mau aus. Fleisch gibt es tiefgekühlt.

 

Das Camp ist in jedem Fall zu empfehlen, drumherum haben wir viele Löwen gesichtet und nachts sind sie definitiv nicht zu überhören.

Campsite Nossob
Campsite Nossob

Wilderness Camps

 

Neben den Hauptcamps gibt es auch sogenannte Wilderness Camps. Sie liegen traumhaft abgeschieden und sind etwas ganz besonderes. Wir hatten die Möglichkeit in drei dieser Camps zu übernachten: Urikaruus, Kieliekrankie und Kalahari Tented Camp. Sie sind nicht günstig, aber wenn Ihr die Chance habt, dann macht es!

 

Wichtig: Die Camps sind nicht eingezäunt, ein Ranger ist aber immer vor Ort. Es gibt aber keinerlei Einkaufsmöglichkeiten (auch keine Getränke)! Kinder dürfen dort erst ab zwölf Jahren übernachten.

 

Kalahari Tented Camp

 

Reist man über den Grenzposten Mata Mata ein, gelangt man nach rund vier Kilometern zum Kalahari Tented Camp. Rund zehn Safarizelte mit bequemen Betten, eigener Küche und Badezimmer warten auf die Gäste.

 

Nach der langen Anreise war das Camp eine absolute Wohltat. Jedes Zelt verfügt auch noch über eine eigene Terrasse mit Grill. Den Nachmittag verbrachten wir genau dort und sparten uns den Game Drive. Die Tiere kamen auch so zum Wasserloch. 

Kalahari Tented Camp
Kalahari Tented Camp

Urikaruus

 

Für mich persönlich das schönste und außergewöhnlichste Camp. Es besteht nur aus vier Cabins auf Stelzen, die alle miteinander verbunden sind. Auch hier gibt es neben dem großen Schlafzimmer ein eigenes Bad, eine voll ausgestattete Küche und zwei Terrassen. Eine davon natürlich mit Grill und passendem Rost.

 

Von der Terrasse aus habt ihr einen super Blick auf das ausgetrocknete Flussbett und dem angelegten Wasserloch. Wir hatten das große Glück nicht nur Herden von Springböcken am Wasser zu sehen, sondern es waren auch noch zwei männliche Löwen am bzw. im Camp. 

 

Der Löwe hörte seinen Kumpel hinter dem Camp und nahm dann eine Abkürzung mitten durch und vorbei an unseren Nachbarn, die gerade damit beschäftigt waren, ihr Auto zu beladen. In diesen Momenten erinnert man sich dann daran, dass man nur zur Gast in der Natur ist und nie den Respekt vor den Tieren verlieren darf.

 

Die Löwen legten sich ein paar Meter weiter zur Ruhe und beobachteten uns. Ein unfassbares Erlebnis.

Urikaruus Wilderness Camp
Urikaruus Wilderness Camp

Kieliekrankie 

 

Unsere letzte Station, bevor es wieder zurück nach Namibia ging.  

 

Das Camp liegt inmitten der roten Dünen und man hat eine wunderbare Aussicht. Wie in den anderen Wilderness Camps bleibt kein Wunsch offen.

 

Ein super schönes Haus mit einer tollen Ausstattung. Bei den Game Drives hatten wir in diesem Teil des Parks kein wirkliches Glück, allerdings sahen wir abends am Wasserloch des Camps noch zwei Löwinnen, die es sich im hohen Gras gemütlich gemacht haben.

 

Kieliekrankie Wilderness Camp
Kieliekrankie Wilderness Camp


Buchungen der Unterkünfte

Die Buchungen können bequem und sicher über die SANParks-Homepage vorgenommen werden, dafür benötigt Ihr nur eine Kreditkarte und ein Profil auf der Website, in dem Ihr Eure Buchungen vornehmen, bezahlen, ändern oder stornieren könnt.

 

Seid schnell! Alle Camps werden elf Monate im Vorraus zur Buchung freigegeben und die Wilderness Camps sind gefühlt nach zwei Minuten ausgebucht.

 

Tipp:

Es werden immer wieder Buchungen storniert, schaut also einfach mal zwischendurch nach. Vielleicht habt Ihr ja auch etwas Glück. Bei uns hat es auf diese Art geklappt.


Tiere im Park

Was wäre ein Besuch des National Parks ohne Game Drives (Pirschfahrten) ... Wie schon erwähnt gibt es im Park keine Elefanten, Büffel und Nashörner. Aber trotzdem lohnt der Besuch für Tierfreunde in jedem Fall. Viele große Herden Gnus und Springböcke treffen sich in der Trockenzeit an den Wasserlöchern. Oryxantilopen - das namibische Wappentier - sind auch ständige Begleiter im Park.

 

Besonders in der "Nossob-Area" haben wir viele Löwen gesehen. Für die meisten Afrikaverrückten mit Sicherheit immer wieder ein Erlebnis.

 

Die besten Zeiten für Tiersichtungen sind auch im Kgalagadi NP der frühe Morgen und der späte Nachmittag. Auch wenn es schwerfällt: Nutzt die Öffnungszeiten der Camps (zwischen Sonnenauf- und -untergang) und macht Euch früh auf die Pirsch. Die Mittagszeit eigent sich vor der Nachmittagsfahrt hervorragend für ein Nickerchen ...

 

Die schönsten Fotos unserer Safaris:

Folge uns doch auch in die Kalahari

 

Hier findest Du übrigens alle Infos und Tipps zur Planung Deiner Namibia-Reise.


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Kommentare: 2
  • #1

    Sophia (Dienstag, 22 November 2016 09:19)

    Wow, Deine Bilder sind ein Traum! Ich liebe Afrika und die Tierwelt. Nach Deinem Bericht habe ich auf alle Fälle das Bedürfnis bald wieder dorthin zu reisen.
    Liebste Grüße,
    Sophia
    http://miss-phiaselle.com/

  • #2

    Jenny (Dienstag, 22 November 2016 11:30)

    Liebe Sophia,

    vielen Dank für Deine Nachricht. Freut mich sehr, wenn dir meine Bilder gefallen. Bin mittlerweile auch riesiger Afrika-Fan. Hoffe, in 2017 noch mal wenigstens kurz dort verbringen zu können.

    Liebe Grüße
    Jenny