Erfahrung und Reisebericht Gorilla Trekking Uganda

Die Berggorillas

Das Highlight für fast jeden Uganda-Reisenden: Das Gorilla-Trekking im Bwindi Impenetrable National Park. Eine wirklich magische Begegnung mit den sanften Riesen in den Nebelwäldern.

Ich hatte keine Angst, aber gehörigen Respekt. Vor dem Trekking hört und liest man ziemlich wilde Storys: stundenlanges Wandern, immer steil bergauf, Dornen und Schlamm im Gesicht, Schürfwunden am ganzen Körper, da man mehr fällt als läuft ... Oha, ich bin zwar sportlich, aber bei 30 Grad, einer hohen Luftfeuchtigkeit sieht das schon anders aus.

Vor dem Trekking bekommt man zunächst eine kurze Einweisung durch die Guides und die entsprechenden Gruppen werden eingeteilt. Eine Gruppe besteht aus höchstens acht Personen. Hinzu kommen natürlich noch die Guides und Ranger. Wir besuchten die Nshongi-Familie und fuhren mit unserem Guide zum Startpunkt. Einem Berg, der fast vollständig von der Bevölkerung bewirtschaftet wird. Da sollten wir also hoch und da leben dann auch wirklich Gorillas? Zwischen den Feldern entlang ging es einen schmalen Weg immer bergauf. Mit dickem Schuhwerk und Trekkingklamotten macht man sich unsicher auf den Weg und zwei Meter weiter arbeiten Frauen barfuß mit Kind auf dem Rücken im Feld. Ich fühlte mich irgendwie schlecht und verweichlicht. Schon nach rund einer Stunde - wir waren gefühlt erst einige Meter im Wald - waren wir in der Nähe der unserer Gorilla-Familie. Nur die Kameras dürfen ab diesem Punkt mit, die Rucksäcke bleiben in sicherer Entfernung zurück.

Wir liefen noch ein kurzes Stück und plötzlich hörten wir ein Rascheln und Knacken in kurzer Entfernung. Du siehst sie erst nicht, aber da sind sie tatsächlich. Der große Silberrücken saß demonstrativ mit dem Rücken zu uns hinter einem Weibchen, das ein sechs Monate altes Jungtier auf dem Arm hatte. Es war einfach zu süß. Die Mutter ging so liebevoll mit dem Kleinen um und war dabei unglaublich menschlich und neugierig. Überall um uns herum tauchten noch weitere Gorillas auf. Sogar zwei Scheinangriffe gab es vom jüngeren Silberrücken, die wohl öfters passieren, aber nicht böse enden. Nach einer Stunde zogen sie weiter und wir gingen auch zurück. Eine fantastische Erfahrung, die ich nicht vergessen werde. Die Gorillas hatten es lange nicht leicht und wurden systematisch gejagt. Der Bestand erholt sich ganz langsam und ich hoffe inständig, dass die Tiere auch in Zukunft noch eine Chance haben.

UNTERKUNFT: Gorilla Vally Lodge

 

Eine traumhafte, relativ neue Lodge mit sehr schönen Bungalows im Hang mit Blick auf die Wälder. Sehr nette Leute, gutes Essen. Abends kann man es mit Bier oder Wein am Kamin gemütlich machen.  Es wird ziemlich kalt abends, nehmt Euch eine dicke Fleece-Jacke mit.


INFOS:

  • Zurzeit kostet das Permit $600 pro Person, das unbedingt (weit) im Voraus über eine Agentur gebucht werden sollte. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass alle Plätze belegt sind, wenn man sich spontan entscheidet.
  • Die Besuchszeit ist auf eine Stunde begrenzt und es sind höchstens acht Personen in jeder Gruppe bzw. bei jeder Familie. Da wird keine Ausnahme gemacht.
  • Solltet ihr augenscheinlich krank sein, werdet ihr nicht mitgehen können. Die Tiere können sich bei uns anstecken und selbst ein leichter grippaler Infekt kann schlimme Auswirkungen auf die Gruppe haben.
  • Tragt unbedingt lange Kleidung und Schuhe mit gutem Profil. Es kann rutschig werden und die Wälder dicht bewachsen.
  • Man wird nicht nur von Guides begleitet, sondern auch von bewaffneten Rangern. Außerdem kann man einen Träger mitnehmen, der sich den Rucksack aufschnallt und bei wackeligen Situationen auch hilft (denkt an Wasser, Essen, Kamera, etc.: kann schwer werden). Wir haben uns dafür entschieden. Die Träger sind meistens Einwohner aus den Dörfern in der Nähe, die sich so etwas dazu verdienen können (mind. §15, Trinkgeld in jedem Fall geben).
  • Auch Trinkgeld für jeden Guide und die Ranger nicht vergessen. Dollar werden gerne genommen.

FOTO-TIPPS:

  • Es ist nicht einfach! Die Lichtverhältnisse sind kompliziert und das Fokussieren durch Äste und Blätter, die im Weg hängen, auch.
  • Kurze Belichtungszeit: Bei mir ab 1/250 Sek.
  • Die Bäume fangen viel Licht ab, von daher spielt mit den ISO-Werten: bei mir ab ISO-400
  • Blende: so um 4.5/f-5.6/f herum
  • Das Fotografieren mit Blitz ist natürlich verboten.
  • Verbringt nicht die gesamte Zeit hinter der Linse, genießt es: Eine Stunde ist verdammt schnell vorbei ...

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