"Uganda?! Wie kommt man denn auf Uganda??"

Vorurteile, die man sich als Uganda-Reisender anhören muss.

“Wir fliegen im Juli nach Uganda. Für 19 Tage.”


“Uganda?! Wie kommt man auf Uganda? Was will man da?”


Seit Südafrika hat uns das Afrikafieber erwischt. Die Farben, die Natur, die Menschen, die Tiere. Wir haben auch über Namibia und Botswana nachgedacht, beide Ziele aber hinten angestellt. Uganda hat noch einen ganz speziellen Reiz, der auch uns gepackt hat: Man kann nicht nur “normale” Safaris unternehmen, sondern auch die seltenen Berggorillas besuchen. Wahrscheinlich gibt es keinen Touristen, der nach Uganda fährt und die Gorillas auslässt.


“Bist du verrückt? Das ist doch gefährlich!”


Grundsätzlich würde ich sagen: Ja, etwas verrückt vielleicht, aber das hat sicherlich nicht Einfluss auf die Wahl unseres Reiseziels. Gefährlich ist relativ. Laufe ich in Deutschland, auf Malle (oder sonst wo) nachts allein durch einsame Straßen? Beladen mit Schmuck und ner dicken Kamera um den Hals? Nö, könnte ungut enden. Gilt in Uganda auch. Also bleiben lassen. Dicke Klunker und protzige Uhren besitze ich erstens sowieso nicht und selbst wenn: Was will man damit im Urlaub? Also zuhause lassen. Die große Kamera halte ich auch normalerweise nicht ständig offen um den Hals oder in der Hand. Der gesunde Menschenverstand hilft in den meisten Situationen ungemein. Überall auf der Welt. Aber was genau heißt denn “gefährlich”?


“Da gibts doch immer wieder Entführungen und Anschläge …”


Anschläge gab es leider auch in Boston, London, Paris und ganz aktuell in Bangkok, um nur einige aufzuzählen. In 2010 gab es einen Bombenanschlag in der ugandischen Hauptstadt Kampala, 2014 wurde ein weiterer vereitelt. 1999 wurden mehrere westliche Touristen im Bwindi National Park ermordet. Das ist alles wirklich nicht schön, aber muss meiner Meinung nach nicht dramatisiert werden. Die Grenzregionen und große Demos sollten generell aus Sicherheitsgründen gemieden werden, aber auch das gilt nicht nur für Uganda.


“Was ist denn mit eurer Gesundheit? Da kann man sich alle möglichen Krankheiten holen. Ebola gibt es da auch …”


Erstens: Gegen viele Krankheiten kann man sich impfen lassen. Unsere Impfpässe sind immer bestens geführt. Neben den “normalen” Schutzimpfungen bin ich für Afrikareisen zusätzlich gegen Tollwut, Gelbfieber, Hep A und B und Cholera geimpft. Dazu gibt es dann natürlich noch einen Schwung Malarone zur Malaria-Prophylaxe. Daran sollte man auch wirklich nicht sparen. Einige Krankenkassen (für mich die Techniker KK) übernehmen selbst Reiseimpfungen fast komplett. Zweitens: Ein größeres Problem in Uganda ist die Malaria. Gefährlich, nicht gut. Eine Impfung gibt es nicht, dafür aber Tabletten, die zur Prophylaxe eingenommen werden können und auch in jedem Fall genommen werden sollten. Ich bin trotz sämtlicher Vorsichtsmaßnahmen ständig voller Stiche, für mich ist die Malaria-Prophylaxe überlebenswichtig. Malarone vertrage ich zum Beispiel sehr gut. Drittens: Der letzte Ebola-Ausbruch war mehere tausend Kilometer weit entfernt. Da hat Uganda nix mit zu tun. Einfach mal auf die Weltkarte schauen …  Ansonsten gibt es natürlich auch noch weitere Krankheiten, ganz klar. Man schützt sich aber schon verdammt gut, indem man nicht in Seen schwimmt (generell auch nicht in Flüssen. Ich hätte keine Lust auf Hippos und Krokodile), nur Wasser aus geschlossenen Plastikflaschen trinkt (keine Eiswürfel!) und beim Essen die goldene Regel beachtet: Peel it, Boil it, Cook it – or forget it!


“Wollt ihr da allein hin? Das geht doch gar nicht!”


Klar geht das und wir wollten das auch zuerst. Wir haben uns also für einen Touranbieter entschieden. Das schien doch stressfreier und im Endeffekt auch günstiger zu sein. Ich habe wirklich sehr viele Anbieter online miteinander verglichen und letztendlich Habari Travel und die 19-tägige Tour “Uganda – Perle Afrikas” ausgesucht. Für mich hatten sie das beste Preis-Leistungsverhältnis und auch die Tour an sich war die, die mich am meisten angesprochen hat. Genau diese Tour hätte ich auch individuell geplant. Zudem gibt es nur kleine Gruppen und – für alle Alleinreisende interessant – keinen Einzelzimmeraufschlag. Wir haben uns für die Variante teils in Safarizelten, teils in Zimmern entschieden, eine reine Campingtour wäre auch möglich und etwas günstiger gewesen. Als wir gebucht haben, gab es zufällig noch eine “Zwei für Eins Aktion” bei den Permits fürs Gorilla-Tracking. Bei $ 600 pro Person auch noch ein verdammt gutes Argument. Der Kontakt war durch die Bank weg sehr nett, auf Mails wurde super schnell geantwortet. Nur die Flüge haben wir selbst gebucht. Emirates hatte mit Zwischenlandung in Dubai sehr ordentliche Preise. (Die Reise war natürlich nicht gesponsert. Wenn ich Lob zu verteilen habe, dann mach ich das auch gern).


“Wie günstiger? Ist nicht alles in Afrika total billig?”


Naja, viele Dinge in Südafrika waren ziemlich günstig. In fast allen anderen süd- und ostafrikanischen Staaten sieht es anders aus. In Uganda hätten wir einige Tausend Euro für ein Allradwagen hinlegen müssen, dazu kommen die Unterkünfte, Essen und Eintritte. Allein das Gorilla-Tracking kostet zurzeit $ 600 pro Person. Günstig ist für mich was anderes …


“Du isst doch kein Fleisch. Willst Du drei Wochen lang nur Bananen essen?”


Richtig, ich esse weder Fleisch noch Fisch. Und ob man es glaubt oder nicht: Ich bin nicht die Einzige auf der Welt. Egal wo ich war, ich hatte noch nie ein Problem damit. Selbst in einfachen Unterkünften geben sich die Gastgeber wirklich Mühe und ich komme immer sehr gut über die Runden. Wahrscheinlich manchmal besser und abwechslungsreicher als die Fleischesser. Mittlerweile versuche ich auch Milchprodukte so gut es geht durch eine vegane Variante zu ersetzen. Ob eine vegane Ernährung in allen Ecken der Welt ohne Weiteres funktioniert, das kann ich nicht sagen und ich würde es in vielen Ländern auch nicht einfordern, selbst wenn ich zuhause strikte Veganerin wäre.

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Kommentare: 1
  • #1

    Rosmery (Dienstag, 27 Oktober 2015 13:25)

    Hallöchen Jenny! Ich habe dich nominiert für den VERSATILE BLOGGER AWARD! http://luvtowander.com/2015/10/27/the-versatile-blogger-award/
    Wenn du Lust hast, kannst du gerne mitmachen!
    Ich wünsch' dir noch einen schönen Tag! Ich freu mich auf alle deine zukünftigen Blog-Posts! Liebe Grüße, Rosmery!