Haitauchen in Gansbaai

Haitauchen: Ein Für und Wider

Rosas Reisen hat eine tolle Blogparade mit dem Thema "Denkanstoß" ins Leben gerufen. Auch ich habe mich auf Reisen schon öfters mit Fragen beschäftigt wie zum Beispiel, wirkt sich der Tourismus oder auch nur mein Reisen (negativ) auf bestimmte Regionen, Länder, Menschen oder auch Tiere aus. Soll ich auf bestimmte Touren verzichten? In meinem Artikel habe ich mir jetzt stellvertretend das Käfigtauchen mit dem Weißen Hai vor Gansbaai in Südafrika herausgesucht.

Haitauchen in Gansbaai

Geschichte

Gansbaai ist durch die große Seehundkolonie auf Dyer Island weltweit einer DER Spots, um dem Weißen Hai nah zu kommen. Das Käfigtauchen vor Südafrika entwickelte sich in den 90er Jahren rasant und auf die Sicherheit von Mensch und Tier wurde leider so gut wie gar nicht geachtet. Haie wurden wild gefüttert,  Meeresvögel und Seehunde massiv in ihren Lebensräumen gestört und unsichere Boote und Käfige hätten zu schweren Unfällen führen können. 1997/1998 beschloss sich die südafrikanische Regierung strikte Regeln für das Haitauchen zu erlassen. Es wurden Sperrzonen eingerichtet, Boote müssen nun zum Beispiel einen gewissen Sicherheitsstandard vorweisen und die Anbieter wurden zahlenmäßig beschränkt. Haie werden zwar noch gelockt (Blutgemisch und "verpackte" Köder außerhalb des Käfigs), allerdings - in der Regel - nicht mehr gefüttert.

 

Eine gute Zusammenfassung zur Geschichte und auch das Für und Wider zum Käfigtauchen gibt es auf sharkinfo.ch.

Haitauchen in Gansbaai

Pro und Contra

Wie ich bereits oben geschrieben habe: Die Sache mit dem Haitauchen ist ein Für und Wider. Ich habe mal versucht, ein paar der Pro und Contra Punkte zusammenzufassen:

Contra:

  • Ja, es ist ein Eingriff in die Natur und auch zum Teil natürlichen Verhaltensweisen der Haie. Sobald unser Boot geankert hatte, waren Haie um uns rum, dazu musste noch nicht mal Lockmittel verteilt werden. Wären sie das auch ohne jeglichen Haitourismus aus purer "Neugier"? (Die Tatsache, dass es auch Touren gibt, an denen sich keine Haie zeigen, spricht zumindest etwas dafür.)
  • Daraus ergibt sich ein Gegenargument, was immer wieder gebracht wird: Die Haie gewöhnen sich so sehr an den Menschen, dass sie sich den Stränden immer weitere nähern. Steigende Zahlen der (tödlichen) Haiunfälle sind die Folge. Ich habe gesucht, aber tatsächlich keinen wissenschaftlich belegten Beweis dafür gefunden, dass Haitourismus und -unfälle in Zusammenhang stehen. Natürlich möchte ich die Möglichkeit trotzdem nicht außer Acht lassen.

Interessant ist dabei auch die International Shark Attack File. Seit Beginn der Aufzeichnung im Jahre 1905 wurden vor dem südlichen Afrika insgesamt 249 Haiangriffe bestätigt. Insgesamt steigen die Zahlen der Haiangriffe. Einige Gründe hierfür liefert der "Macher" Der Shark Attack File im Interview mit dem Deutschlandfunk.

  • Halten sich alle Anbieter an die Vorgaben? Schlecht gewartete Boote können eine Gefahr für Mensch und Tier bedeuten.

Pro:

  • Wahrscheinlich hat kaum ein Tier so einen schlechten Ruf, wie der Weiße Hai. Ich halte es für wichtig, dass mit diesen Vorurteilen aufgeräumt wird und dass Angst der Faszination und dem Verständnis weicht. Es waren gut 20 Leute an Bord und ich hatte bei niemandem das Gefühl, dass es dort um den "Adrenalinkick" ging. Verantwortungsbewusste Veranstalter arbeiten oft mit Biologen oder Biologiestudenten zusammen und schon an Bord mit Vorurteilen aufräumen: Wir schützen, was wir kennen und schätzen.
  • So verrückt es sich anhört, aber damit Tierarten unter Schutz gestellt werden, ist es manchmal von Nöten, dass Regierungen/Einwohner eines begreifen: Mit lebenden Tieren ist mehr Geld zu machen als mit Souvenirs. Da schließt sich für mich der Kreis --> ich schütze das, was ich kenne und erleben darf. 

Ich habe mich für das Käfigtauchen entschieden, kann aber auch jeden verstehen, der anderer Meinung ist. Für mich war eine vertrauenswürdige Agentur wichtig und schlussendlich habe ich die Tour über White Shark Projects gebucht. Ich möchte natürlich jetzt auch noch berichten, wie die Tour abgelaufen ist:

Haitauchen Gansbaai Südafrika

Die Tour

Als Tipp: Vorbuchen. Es kann gut sein, die bekannten Anbieter ausgebucht sind, wenn ihr euch spontan entscheidet. Es ist außerdem wetterabhängig, ob die Tour überhaupt stattfindet. Es ist verdammt oft verdammt windig an der Küste. Wir hatten aber ziemliches Glück: perfektes Wetter.

 

Im Büro der Agentur und unterwegs gibt es verschiedene Einweisungen, damit auch niemand verletzt wird. Für Neoprenanzüge, Brillen, und was man sonst noch so braucht, ist gesorgt. Warme Sachen für danach nicht vergessen, das Wasser ist a...kalt! Es gibt noch ein Briefing im Käfig, bevor Haie mit einem Gemisch aus Blut und Fisch angelockt werden. Jeder bleibt 20 Minuten im Wasser, dann darf die nächste Sechser-Gruppe ran. Das wiederholt man dann ein paar Mal.

Es ist kalt und anstrengend, aber im Wasser mit den Tieren vergisst man die Kälte sofort .

 

Die Crew gibt immer wieder Infos über die verschiedenen Haie, erläutern viele über die Lebensweise und auch sogar zu den einzelnen Fischen. Für mich ist es unfassbar, wie sie die Größe und das Geschlecht des Tieres einfach so bestimmen könen.

 

Wir konnten 14 verschiedene Haie in gut 2,5 Stunden sehen. Das größte Männchen war 4,5 Meter lang. Die besten Fotos kann man vom oberen Deck schießen. Reiseübelkeit gibt es bei der Tour gratis dazu. Kurz vor Abfahrt war es richtig schlimm. Wir waren mehr als grün im Gesicht und kurz davor die Fische zu füttern … Nach dem Trip gibt es Suppe für alle und man schaut das Video, das von der Tour gemacht wurde.

 

Für mich war  es wirklich ein unvergessliches Erlebnis. Es ist so toll anzusehen, wie leicht die großen Tiere durch das Wasser gleiten und scheinbar aus dem Nichts auftauchen. Schon als Kind haben mich Weiße Haie absolut fasziniert und ich hoffe, dass noch viele, viele Menschen ihn nicht mehr als "Killer" sehen, sondern sich für ihren Schutz einsetzen. 

Wie haltet Ihr es mit dem Haitauchen? Habt ihr es schon mal erlebt oder sagt ihr "Nein, ohne mich?"

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Kommentare: 7
  • #1

    Criticalpixie (Mittwoch, 07 Dezember 2016 11:29)

    Haie sind wundervolle Tiere, ganz schön neugierig und eigentlich auch ziemlich verspielt, würde auch gerne (noch einmal) mit ihnen tauchen ...
    Bezüglich der Gewöhnung an den Menschen halte ich Haitauchen für ungefährlich. Es ist eher nachgewiesen das Haie aufgrund der Überfischung und dem immer knapper werdend Nahrungsangebot näher an die Küsten kommen - natürlich nicht um Menschen zu erbeuten, sondern eben Riffbewohner ...

  • #2

    Jenny (Mittwoch, 07 Dezember 2016 11:33)

    Hallo Criticalpixie,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich selbst sehe es in Südafrika - auch durch die Regeln für die Anbieter - für relativ unkritisch. Leider gibt es in einigen Teilen dieser Welt auch Anbieter, die z. B. Köder IN die Käfige packen, damit man den Kunden etwas bieten kann. Sowas geht gar nicht.

    LG
    Jenny

  • #3

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